Residua

Diese Fotografie von Gerald Pirner ist in kühlem Schwarz-Weiß gehalten und trägt den Titel "Der Schatten des Atems". 
Das Zentrum dieses Querformats ist eine uns frontal zugewandt kniende Frau mit ausgebreiteten Armen.  Diese junge Frau ist umgeben von hellen dicken Lichtlinien. Die Linien strahlen in unterschiedlicher Intensität in die Mitte des Bildes und lassen die Frau punktuell zum Vorschein kommen. So erscheinen ihre Knie, ihre Oberschenkel, ihr Oberkörper, ihre gestreckten Arme und ihr Gesicht im Halbdunkeln. Sie trägt einen hellen Strickpullover und eine Hose. Es wirkt so, als hätte die Frau vier Arme, denn ab der Schulter erscheinen ihre Arme jeweils doppelt. 
Die Augen der Frau sind geschlossen, ihr Mund ist halb geöffnet. Ihr Gesichtsausdruck lässt darauf schließen, dass sie gerade tief einatmet. Dieses Einatmen findet sich, durch die ausgebreiteten Arme, auch in der Haltung der Frau wieder.
Jenseits der Lichtbahnen, die die Frau umrahmen erscheint das Gesicht eines Mannes. Das Gesicht des Mannes schwebt frei, ohne erkennbaren Körper, in der nur leicht belichteten Sphäre rechts oberhalb der Frau. Er ist in diffuses Licht getaucht und erscheint einem daher erst bei genauerem Hinsehen. Der Mann hat gelocktes Haar und hält seinen Kopf leicht geneigt in Richtung des Betrachters. Der Ausdruck des Mannes ist nur schwer zu deuten. Ab der Stirn wird das Licht schwächer, bis dann die Dunkelheit den Kopf des Mannes verschwinden lässt. (Daniel Adewale Dokun)
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